"Gott schenke uns Ohrenlieder" *- Wenn Schnarchen zur Qual wird

Knapp die Hälfte aller Männer und gut ein Viertel aller Frauen zwischen 30 und 60 Jahren schnarchen regelmäßig.

Die höchste dabei jemals gemessene Lautstärke liegt bei 93,9 Dezibel, was einer stark befahrenen Autobahn entspricht. Als Bettgenosse ist hierbei an Schlaf nicht zu denken. So mancher Schnarcher ist von seiner eigenen Geräuschproduktion schon geweckt worden. Die unliebsame Störung des Schlafes kann Gesundheit, Psyche und Beziehung belasten. Übergewicht und Alkoholgenuss verstärken das Phänomen.

Doch manche Schnarcher sind krank und schnarchen deswegen. Etwa, weil ihre Rachenmandeln vergrößert sind, im Volksmund Polypen genannt, oder weil die Nasenschleimhaut wuchert. Grundsätzlich sollten alle Schnarcher deswegen einmal bei einem HNO-Arzt abchecken lassen, ob das Schnarchen körperliche Ursachen hat. Diese können in der Regel durch ambulante Operationen beseitig werden. Besonders starkes Schnarchen kann zu Schlafapnoe (lange anhaltendes Atemaussetzern) führen und das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle erhöhen. mal ganz abgesehen davon, dass ein unzureichender Schlaf generell wenig förderlich für die Gesundheit ist.

Sind Sie körperlich fit, haben wir hier ein paar Tipps, wie Sie das Schnarchen reduzieren und so für mehr Harmonie im Schlafzimmer sorgen können:

- Nutzen Sie, als Schnarchopfer, wenn möglich, Ohrenstöpsel

- Schlafen Sie nicht in Rückenlage. Das verstärkt, aufgrund der Schwerkraft, die das Gaumensegel nach unten zieht, das Phänomen. Der viel zitierte Tennisball, eingenäht in den Schlafanzug, kann helfen. Es gibt aber auch Schlafwesten, die das Schlafen auf dem Rücken verhindern sollen,

- Ein leicht erhöhter Kopf, etwa durch ein zweites Kissen, kann Wunder wirken. Aber Achtung: Wer unter Schlafapnoe leidet, wird diese dadurch schlimmer.

- Mithilfe von "Schlaf-Apps" kann man sein Schlafverhalten aufzeichnen, auch in Sound-Dateien. So können sie feststellen, wie laut sie tatsächlich sind.

- Nehmen Sie nur ein leichtes Abendessen zu sich, verzichten sie spätestens 2 Stunden vor dem Zubettgehen auf Alkohol.

- Lüften Sie das Schlafzimmer tüchtig und sorgen Sie für eine Zimmertemperatur zwischen 16 und 18 Grad.

- Nutzen Sie Meerwasser-Nasenspray. Das pflegt und befeuchtet die Nasenschleimhaut.

- Wenn nichts mehr hilft, schlafen Sie in getrennten Zimmern. Das hat schon so manche Beziehung gerettet...

 

 Sollte Ihr Partner oder Ihre Partnerin sich über Ihr Schnarchen beklagen, nehmen Sie dieses bitte unbedingt ernst.

*Kurt Tucholsky, 1931

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