Bulletproof- Kaffee – eine kugelsichere Sache?

Seit einiger Zeit geistert ein Phänomen durch das Internet und die Diätwelt. Der Bulletproof- Kaffee. Angepriesen wird er als Wundermittel für alle die, die keine Zeit für oder keine Lust auf ein ordentliches Frühstück haben. Und für alle anderen auch.

Was ist denn das genau?

Bulletproof-Kaffee ist ein starker Kaffee, der mit Butter und Kokosöl aufgeschlagen wird. Insgesamt 80 Gramm Fett kommen in die Tasse. Wer diesen Kaffee trinkt, soll fitter und fokussierter sein, die Produktivität soll steigen und bis zum Mittag satt bleiben, ohne etwas gegessen zu haben. Außerdem soll er beim Abnehmen helfen, da Fett, wenn es nicht gebraucht wird, in Ketonkörper umgeandelt wird und die werden vom Körper nicht eingelagert, sondern ausgeschieden. Im Gegensatz zu Zucker, der, wenn er zuviel aufgenommen wird, in Fett umgewandelt und auf den Hüften deponiert wird. Wer hierzu mehr wissen will, kann sich über die "Low Carb-High Fat"- Diät im Internet informieren. Das Koffein regt den Stoffwechsel an und die Pfunde purzeln von alleine. So das Versprechen.

Was ist dran am Wunderkaffee? Die Redaktion hat es tapfer im Selbstversuch getestet.

Nachdem ich mir einen starken Kaffee gekocht habe, bin ich mutig und messe 40 Gramm Weidemilchbutter (denn nur die verfügt über die guten Fettsäuren) und 40 Gramm Kokosöl ab, gebe es in meinen Kaffee, den ich sonst nur mit Milch trinke. Die Fettaugen, die fast augenblicklich auf der Oberfläche schwimmen, schrecken mich ein bisschen ab, die kenne ich sonst nur von Suppe. Der Pürierstab wird´s schon richten.

Nachdem der Kaffee ordentlich durchgemixt ist, steht ein leicht schaumiges, fettglänzendes Getränk vor mir, das verführerisch sahnig nach Kaffee und Kokos duftet. Riecht also lecker. Der erste Schluck ist gewöhnungsbedürftig. Denn fast sofort habe ich einen Fettfilm auf den Lippen, den ich auch nicht ablecken kann, weil sich das gleiche Fett ja auch in meinem Mund befindet. So in etwa, habe ich mir immer das Butterbier in den Harry-Potter-Romanen vorgestellt. Wer Kokos und Kaffee und Sahne mag, wird den Geschmack mögen. Allerdings: Nach 3 Schlucken muss ich kapitulieren. Soviel Fett bekomme ich auf einmal einfach nicht runter.

Die versprochene Energie-Booster- Wirkung kann ich jetzt auch nicht feststellen. Den Kaffee hab ich um 7 Uhr getrunken, um 10 habe ich Hunger. Gut, ich habe ja auch nicht den ganzen Becher ausgetrunken.

In meinem Inneren fängt es an zu rumoren. Naja, soviel Fett geht eben „glatt durch“.

Ernährungswissenschaftler halten diesen Trend für ungesund. 80 Gramm Fett schon zum Frühstück. Den Kick, den der „Erfinder“ Dave Asprey anpreist (der Startersets auf seiner Homepage verkauft) verspricht, tritt tatsächlich ein. Allerdings nur bei Menschen, die nie richtig gefrühstückt haben. Körper, die eine gute Energiezufuhr am Morgen gewohnt sind, reagieren fast nicht auf den Kaffee. Nur der Organismus derer, die am Morgen einfach nichts runterbringen und die bis zum Mittag auf „Reserve“ arbeiten, empfinden den Kaffee als Kickstarter, da sie, wie Ernährungswissenschaftler betonen, zum ersten Mal auf „normalem“ Energielevel arbeiten.

Ich persönlich kann den Kaffee auch nicht empfehlen. Geschmacklich (klar, Fett ist Geschmacksträger) rangiert er ganz oben, aber wer hat schon gern den Mund voller Fett. Auch die Wirkung ist für mich, als Frühstückerin, zu vernachlässigen. Sollten Sie für sich feststellen, dass dieser Kaffee für sie das Richtige ist, steigern sie die Fettmenge langsam...

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